Freitag, 30. Mai 2014

Info des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft



Blumen und Hecken

Frühjahrsblühende Stauden pflanzen
Ab August können Sie bereits frühjahrsblühende Stauden pflanzen, wenn Sie die Pflanzen wiederholt gut angießen. Frühlings-Zwiebelblumen wie Schneeglöckchen, Märzenbecher und Kaiserkrone bevorzugen sogar eine zeitige Pflanzung, damit sie vor dem Winter noch gut einwurzeln können.

Rosen pflanzen
Falls Sie im Oktober neue wurzelnackte Rosen pflanzen möchten, können Sie jetzt schon mit der Bodenvorbereitung beginnen. Entfernen Sie die alten Pflanzen und tragen Sie möglichst viel des alten Bodens ab. Der Bodenaustausch ist wichtig, da Rosen nicht mit sich selbst verträglich sind. Danach zwei Spatenstiche tief lockern und reifen Kompost einarbeiten. Im Oktober mit Pflanzerde auffüllen.

Blumenzwiebeln setzen
Ab September bis Ende Oktober werden die Blumenzwiebeln für das Frühjahr gepflanzt. Dazu gehören: Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse, Alpenveilchen, Tulpen, Narzissen, Blausternchen, Schneeglanz, Winterlinge, Hundszahn und viele mehr. Achten Sie darauf, dass Sie Blumenzwiebeln aus Kulturmaterial verwenden und keine Wildherkünfte kaufen. Besonders bei Schneeglöckchen, Alpenveilchen und Winterlingen werden immer noch viele Pflanzen der Natur entnommen.

Zweijährige Zierpflanzen aussäen
Auch im September können noch zweijährige Zierpflanzen ins Freiland oder in Töpfe und Schalen gesät werden, denn auch in der Natur samen sich viele Biannuelle (Zweijährige) erst in diesem Monat aus. Dazu gehören Stockrosen (Alcea), Marien-Glockenblumen (Campanula medium), Rasselblume (Catananche), Goldlack (Cheiranthus), Bartnelken (Dianthus), Fingerhut (Digitalis), Nachtviolen (Hesperis), Färberwaid (Isatis), Vergissmeinnicht (Myosotis), Königskerze (Verbascum) und Veilchen (Viola).

Staudenvermehrung
Nach der Blüte können Juniblüher umgepflanzt werden. Dazu gehören Margerite, Islandmohn, Brennende Liebe, Alpenaster, Hornkraut, Polsterphlox, Mädchenauge, Kokardenblume und andere kurzlebige Frühsommerblumen. Kräftig zurückgeschnitten werden die Stauden in ein mit Kompost vorbereitetes Beet gepflanzt und gut gewässert. Nun ist auch ein günstiger Zeitpunkt, um Stauden wie Astilben, Pfingstrosen und Tränendes Herz zu teilen.

Nützlinge im Garten fördern
Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliegen sind bei der Kontrolle von Schädlingen im Garten bedeutsam. Um die Nützlinge zu fördern, können Sie einen Blütenstreifen mit speziellen Nahrungspflanzen anlegen. Beliebte einjährige Blütenpflanzen sind Lein, Borretsch, Ringelblume, Sonnenblume, Lupine, Buchweizen, Phazelie, Mohn und Kornblume. Geeignete mehrjährige Arten sind Gelb- und Weißklee, Schafgarbe, Wegwarte, Wilde Möhre, Wiesenflockenblume und Johanniskraut.

Gemüse und Kräuter

Ernte zur rechten Zeit
Achten Sie bei der Ernte der einzelnen Gemüsearten darauf, dass die Früchte auch wirklich reif sind. Möhren bekommen dann einen abgerundeten Wurzelkopf, Paprika färben sich rot oder gelb, bei Zuckermais müssen die heraushängenden Samenfäden schwarzbraun sein. Bei Zuckermelonen erkennt man die Reife am intensiven Duft - also ruhig mal schnuppern

Kulturmaßnahme an Gurken, Zucchini und Tomaten
Bei Gurken, Zucchinis und Tomaten werden die späten Blütenstände entfernt. Tomaten werden geköpft. So geht die letzte Kraft der Pflanzen in die verbliebenen Früchte.

Gemüseaussaaten
Im September können folgende Gemüsearten für die Überwinterung ausgesät werden: Frühlingszwiebeln, Feldsalat , Spinat, Petersilie, Löffelkraut, Winterkopfsalat, Schwarzwurzel, Spitzkohl, Winterwirsing, Winterkresse, Kümmel, Nachtkerze und Winterportulak. Stand der Winterportulak (auch Kubaspinat oder Winterpostelein) schon im Garten, laufen jetzt bereits die Sämlinge aus Selbstaussaat auf.

Gemüse auspflanzen
Folgende vorkultivierte Gemüsearten oder Staudengemüse können gepflanzt werden: Kohlrabi, Brokkoli, Grünkohl, Chinakohl, Wirsing, Kopfsalat, Winterendivie und Porree. Eine gute Pflanzschaufel oder ein Pflanzstock erleichtert die Pflanzarbeiten. Gepflanzt werden sollte morgens oder abends bzw. bei bedecktem Himmel. Gutes Angießen ist
in dieser Jahreszeit besonders wichtig.

Gemüsereihen vereinzeln
Damit sich Möhren, Fenchel, Schwarzwurzeln und Rote Bete kräftig entwickeln können, sollten Sie die Reihen immer im Auge behalten. Wenn zu dicht gesät wurde, muss der Abstand durch das Herausziehen einzelner Pflanzen wieder vergrößert werden. Ausgezogene Rote Bete und Knollenfenchel können übrigens wieder neu aufgepflanzt werden (am besten bei bedecktem Himmel oder in Regenperioden).

Knoblauch pflanzen
Zwischen August und Oktober sollten Sie es nicht verpassen, Knoblauch zu pflanzen. Das Zwiebelgewächs sieht nicht nur apart aus, sondern schützt auch andere Pflanzen vor Pilz- und Insektenbefall, so zum Beispiel Rosen vor Sternrußtau und Erdbeeren vor Grauschimmel. Auch dem Sommerphlox und Tomaten soll Knoblauch als Nachbar gut tun.

Petersilie säen
Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt, um Petersilie auszusäen. Durch das zügige Wachstum haben Schädlinge, die die Wurzeln befallen, kaum eine Chance. Im kommenden Frühjahr sind die Pflanzen dann kräftig genug, um den Schaderregern genügend Widerstand entgegenzusetzen. Übrigens: Petersilie enthält weitaus mehr Vitamin C als Zitronen.

Gründüngung
Jetzt haben Sie noch die Möglichkeit, Gründüngungspflanzen zur Bodenverbesserung einzusetzen. Dazu gehören Arten wie Ölrettich, Gelbsenf und Inkarnatklee. Das Saatgut sollte bis spätestens Mitte des Monats ausgesät sein, damit die Pflanzen die Nährstoffe im Boden noch rechtzeitig bis zum Herbst binden können. Außerdem ist Ölrettich nicht winterhart.

Kräuter verjüngen
Um die halbstrauchig wachsenden Kräuter wie Salbei, Thymian, Ysop und Lavendel vor der Vergreisung zu bewahren, können die Pflanzen nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Sie danken es mit reichem Austrieb aus der Basis und bilden wieder dichte Büsche. Die abgeschnittenen Zweige lassen sich übrigens getrocknet gut verwenden. Schneiden Sie die Pflanzen am besten, wenn der Himmel bedeckt ist.

Radieschen säen
Nutzen Sie den Platz, der durch die Ernte von Salat frei wird, um immer wieder kleinere Mengen Radieschen zu säen. Zu empfehlen sind jetzt die Sommersorten 'Parat', 'Sora', 'Rudi' und 'Stoplite'. Radieschen benötigen volles Licht und 3 bis 4 cm Abstand zueinander. Gemüsefliegennetze verhindern die Eiablage der Rettichfliege.

Grasschnitt als Mulchmaterial
Verwenden Sie den nun regelmäßig anfallenden Grasschnitt, um die Gemüsebeete zu mulchen. Lassen Sie den Grasschnitt gut antrocknen. Niemals frisch verwenden und immer nur eine dünne Schicht aufbringen! Dadurch bleibt der Boden locker und feucht.

Obst

Pflanzplanung
Obwohl die Ernte noch in vollem Gange ist, sind erste Gedanken über neu zu pflanzende Sorten und Unterlagen jetzt schon sinnvoll, denn bald fängt die Versandsaison der Baumschulen wieder an. Einige Beispiele für robuste oder tolerante Sorten sind mehltaufeste Stachelbeeren wie 'Rolonda', Reflamba', 'Rokula', 'Hinnonmäki', 'Pax und andere; Schwarze Johannisbeeren wie 'Titania', 'Ometa' und andere; Herbsthimbeeren wie. 'Autumn Bliss', 'Himbo-Top' und andere; Sommerhimbeeren wie 'Rubaca', 'Meeker' und andere; Tafeltrauben wie 'Nero', 'Birstaler Muscat', 'Muscat Bleu', 'Palatina' und andere sowie mehrfachresistente Apfelsorten wie die Pillnitzer Re-Sorten (Re = resistent) wie Resi®, Retina® und Rewena® .

Erdbeersorten
Neben den klassischen einmal tragenden Sorten wie 'Polka', 'Senga-Sengana' oder 'Honeoye' gibt es noch eine Vielfalt von Spezialitäten, die für den Garten interessant sind. Remontierende oder immer tragende Sorten wie 'Evita' oder die außergewöhnlich aromatische 'Mara de Bois' tragen von Juni bis Oktober.

Brombeeren durch Absenker vermehren
Haben Sie schon einmal versucht, Brombeeren durch Absenker zu vermehren? Leiten Sie dazu einen Jungtrieb in einen Spalt im Boden und bedecken Sie ihn mit Erde. Die Triebspitze muss aber herausschauen. Die Absenker bewurzeln sich bis zum nächsten Frühjahr und können dann abgenommen und verpflanzt werden.

Erziehungsmaßnahmen an Strauchbeeren
Bei der Heckenerziehung von Stachelbeeren und Johannisbeeren sollte regelmäßiges Anbinden des Haupttriebes erfolgen. Unterbleibt dies, kippt die Triebspitze ab und wächst nicht mehr weiter. Denken Sie bei älteren Pflanzen rechtzeitig an das Nachziehen eines neuen, günstig stehenden Bodentriebes zur Verjüngung! Dadurch können die Pflanzen kontinuierlich verjüngt werden und es entsteht eine gleichmäßig dichte Hecke.

Himbeeren und Brombeeren mulchen
Himbeeren und Brombeeren danken eine Mulchdecke, die für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgt. Stroh, Rindenmulch, Rasenschnitt oder andere Mulchmaterialien sind dafür geeignet. Bei häufigem Mulchen mit Stroh eine zusätzliche Stickstoffgabe geben, wegen des weiten C:N- Verhältnisses dieses Materials.

Schnittmaßnahmen an Sommerhimbeeren
Besonders in durch Rutenkrankheit geschädigten Beständen sollten die abgetragenen Ruten sofort entfernt werden. Dadurch können sich die Jungruten besser entwickeln.

Biologische Mittel gegen Schädlinge im Garten
Sobald es warm und trocken ist, können die Obstbäume im Garten von verschiedenen Schädlingen befallen werden. Gegen die Mehlige Apfellaus und die Larven des Kleinen Frostspanners ist das biologische Pflanzenschutzmittel NeemAzal-T/S zugelassen, das aus den Samen des Neem-Baumes hergestellt wird. Es wirkt auch gegen Kartoffelkäfer und verschiedene Schädlinge an Zierpflanzen. Gegen die unterschiedlichsten Raupenarten im Garten hilft das Mittel Raupenfrei von Neudorff. Hierbei wirkt der Bacillus thuringiensis ganz gezielt auf den Organismus von Raupen ein und tötet sie sicher ab.

Pflanzenschutz

Laufkäfer fördern
Laufkäfer sind nützliche Helfer im Garten, da sie Schnecken, Raupen, Ameisen, Engerlinge, Kartoffelkäfer, Drahtwürmer und Blattläuse fressen. Schaffen Sie für die nachtaktiven Käfer Unterschlupfmöglichkeiten unter Brettern, Steinen, in Laubhaufen oder alten Kompostmieten und verzichten Sie möglichst auf chemischen Pflanzenschutz.

Unterschlüpfe für Igel
Haben Sie schon einmal daran gedacht, nützlichen Tieren wie Igeln einen geschützten Platz im Garten zu schaffen? Dazu eignet sich hervorragend die Anlage eines Altholzhaufens in einem abgelegenen Winkel. Schichten Sie die Äste und Zweige möglichst dicht und lassen Sie den Haufen mit Brombeeren überwuchern.

Krankheiten und Schädlinge an Beerenobst
Bei Johannisbeeren, Jostabeeren und Stachelbeeren sterben im Laufe des Sommers immer wieder einzelne Triebe ab. Die Ursache können Infektionen durch die Rotpustelkrankheit oder ein Befall mit dem Johannisbeerglasflügler sein. Schneiden Sie absterbende oder bereits dürre Triebe bis ins gesunde Holz zurück und verbrennen Sie das Schnittholz am besten. Beim Entfernen von ganzen Trieben keine Stummel stehen lassen.

Ameisen
Ameisen sollten Sie in Ihrem Garten bis zu einem gewissen Grad tolerieren, da sie als Allesfresser für den Abtransport von toten Insekten und Blättern sorgen. Problematisch sind sie aber im Bereich der Wege und Terrassen und auch auf Pflanzen, da sie hier oft Blattläuse mittransportieren und wegen ihrer klebrig-süßen Ausscheidungsprodukte "pflegen". Dabei verteidigen die Ameisen die Läuse aggressiv gegen deren natürliche Feinde. Massenhaftes Auftreten können Sie bei Gehölzen durch das Anbringen von Leimringen um den Stamm eindämmen.

Sonstiges

Grundsätzliches zum Gießen der Kübelpflanzen
Verwenden Sie zum Gießen möglichst abgestandenes Wasser und gießen Sie bevorzugt morgens, damit die Pflanzen schnell wieder abtrocknen können. Regenwassernutzung ist anzustreben, da Leitungswasser oft zu kalkhaltig für die Pflanzen ist. Besser ist es, nicht zu oft, dafür aber durchdringend zu wässern. Bitte nach dem Gießen kein Wasser im Untersetzer stehen lassen.